Aachener Stadtgeschichte – Fotos & Wissenswertes aus dem alten Aachen

Dieses Projekt zeugt von der Verbundenheit zur ehemaligen Kaiserstadt Aachen, dem Verlangen danach, historische Zusammenhänge zu verstehen und Reste Alt-Aachens in den Überbleibseln der Stadtarchitektur zu lesen und mit dem heutigen Verständnis zu deuten.

Für Anregungen, Anfragen und Bildzuschriften steht die folgende E-Mailadresse zur Verfügung:

Ich freue mich auf Ihre Kommentare, Anregungen und Fotos unter

fotos@aachen-stadtgeschichte.de

Mit herzlichem Gruß

Jorg Mühlenberg

 

Veröffentlicht in | Getaggt , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Aachener Rathaus – alte Ansichten ab 1870

Bei dem oberen Bild handelt es sich um eine der ältesten Fotografien des Aachener Rathauses.

Rathaus-AC

Der Aufnahmezeitpunkt liegt um das Jahr 1870. Gut zu sehen ist die von Johann Josef Couven 1728 errichtete barocke Rathausfreitreppe. Sie wurde im Sommer 1877 abgetragen.

Begründet wurde der Teilabriss mit dem schlechten Zustand der Steine, die morsch gewesen sein sollen, was jedoch als vordergründig gilt.

Tatsächlich passte Ende des 19ten Jahrhunderts der barocke Stil nicht mehr in die puristische Grundeinstellung des Zeitgeists.

Aachen-Rathaus-1877

Im Bild ebenfalls zu erkennen ist einer von zwei 1890 entfernten Nebenbrunnen des Marktbrunnens, ebenfalls von J. J. Couven erschaffen. Die Laufbrunnen (im Öcher-Volksmund „Pief“ genannt) trugen ursprünglich je einen Adler.

Zeitpunkt und Grund für deren Entfernung ist unklar. Die steinerne Brunnenfassung stammt aus dem Jahr 1735. Auffällig sind der helle Anstrich des spätbarocken Postwagens sowie die Kameraperspektive, die die Marktszene in einer ungewöhnlichen Nähe und aus einem seltenen Blickwinkel zeigt.

Ebenfalls seltene Fotografien sind die Ansichten, entstanden in den Jahren zwischen 1877 und 1883. Gut zu erkennen sind die barocken, in Holzkonstruktion gefertigten Turmaufbauten, die das Aachener Rathaus zwischen den Stadtbränden 1656 (1727 Rathausumbau) und 1883 kleideten.

Aachener-Rathaus-Karlsbrunnen-1890

Der Teilabriss der Couvenschen Treppe wurde zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits vorgenommen. Einer der Laufbrunnen ist im Bild zu sehen.

Mit dem Anbringen von Figurenschmuck an der Fassade und den Arbeiten am Tympanon über dem Eingang wurde noch nicht begonnen (1879-1991), weshalb sich der Zeitpunkt der Aufnahme noch genauer bestimmen lässt (1879-1883).

Zwischen 1840-1881 wurde das Rathaus, über dessen Erbauer im 14. Jahrhundert Historiker bis heute rätseln, nach Plänen von Stadtbaumeister Friedrich Ark regotisiert. Ark ist es übrigens zu verdanken, dass das Marschiertor nach den Plänen des Stadtrats 1849 nicht abgerissen wurde.

Aachener-Rathaus-altes-Foto-Karlsbrunnen-Markt-Laufbrunnen

Die späteren, neugotischen und in Stahl konstruierten Turmhelme wurden 1901 fertig gestellt und gingen beim Dachbrand im Juli 1943 durch Bombenangriffe verloren.

 

 

 

Veröffentlicht in | Getaggt , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Aachener Domviertel (Panoramabild vom Lousberg fotografiert)

Das alte Aachen vom Lousberg aufgenommen mit Blick auf die Altstadt
Großbild-Aufnahme des Aachener Domviertel, vom Lousberg vermutlich vor 1935 aufgenommen

Zu sehen ist eine (in dieser Qualität) seltene Panorama-Aufnahme, die vom Lousberg aufgenommen wurde. Die fotografische Qualität ist außerordentlich gut. Das wird jeder bestätigen, der das Rathaus bereits einmal vom Obelisken aus fotografiert hat. Leider hat der Original-Abzug etwas in der Qualität gelitten.

Gut zu sehen sind zahlreiche Türme, die heute nicht mehr vorhanden sind. Neben dem Rathaus sticht der Turm des Verwaltungsgebäudes hervor. Im Sommer 1899 fiel die ursprüngliche Eckbebauung der Ritter-Chorus-Straße/Ecke Klostergasse dem Neubau zum Opfer. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Ritter-Chorus-Straße eine Sackgasse (bis 1897). An der Stelle des ehemaligen „Romanischens Hauses“ entstand 1955 ein fader Neubau (die Architekten waren Esser & Hugot).

Weiter rechts blicken wir auf den Turm der Pfarrkirche St. Michael in der Jesuitenstraße, die heute als Griechisch-Orthodoxe Kirche genutzt wird. Abbildungen der geschmackvollen Turmhaube sind vergleichsweise rar. Nach dem Krieg wurde ein Notdach angebracht, das bis heute den Turmabschluss bildet.

Neben dem spitzen Dachbau von St. Foillan, der ersten Pfarrkirche Aachens, ist weiter hinten links das Dach des Marschiertors zu sehen.

Zahlreiche Schornsteine zeugen von den industriellen Aktivitäten im Aachen der 1930er Jahre.

Foto: Privatarchiv Mühlenberg