Aachen im Spätmittelalter

Bild aus der Aachener Geschichte (Mittelalter)
Aachen zählte im Mittelalter (neben Jerusalem und Santiago de Compostela) zu den großen Pilgerstätten

Vermutlich wurde die Zeichnung Anfang des 16ten Jahrhunderts aus südöstlicher Richtung (Burtscheid) angefertigt.

Der Lousberg zeigt sich noch völlig kahl. Auszumachen sind großflächige Abtragungen, die vom Sandabbau herrühren. Auf der linken Bildhälfte sind die Befestigungen in westlicher Richtung zu sehen. Es dürfte sich somit um die Tore Königstor und Jakobstor handeln. Im Vordergrund (gut zu erkennen) blicken wir auf das markante Marschiertor.

Aachen gehörte im Spätmittelalter zu den größten deutschen Städten. Die Einwohnerzahl schätzt man auf 20.000 bis 22.000. Durch die Pest und Hungersnöte sank die Einwohnerzahl um 1480 auf 14.000 ab.

Sein mittelalterliches Stadtbild verlor Aachen durch den Stadtbrand 1656 weitgehend. Im Mittelalter entwickelt sich der bürgerliche Mittelstand in Aachen. Handwerker und Zuwanderer siedeln sich dort an, wo sich im Inneren der Stadtmauer Freiflächen boten, z. B. in der Schmiedstraße.

Nach einer wirtschaftlichen Blüte im 14ten Jahrhundert ging es ökonomisch im 16ten Jahrhundert mit Aachen bergab. Nichtsdestotrotz avancierte die Stadt gegen Ende der Barockzeit zu einem europäischen Modebad, in dem u. a. Friedenverträge ausgehandelt wurden.

Im 18ten Jahrhundert verkamen die Stadttürme und Befestigungsmauern zusehends. Man nutzte die (militärisch weitgehend unbedeutend gewordenen) Bauen für die Einlagerung von Vorräten und Pulver. Verschiedene Teile der inneren Befestigung wurden verkauft und in profane Bauten integriert. Andere Teile trug man ab und verwandte die Baumaterialien u. a. zur Errichtung von Kirchen.

Nach der Eroberung durch die französischen Revolutionstruppen fand Aachen Anschluss an das industrielle Zeitalter.

1969 fand man bei Straßenbauarbeiten ein Gräberfeld am Königshügel (hinter dem Langen Turm). Es wird in die Zeit der Merowinger datiert.

Grafik: Reproduktion Sammlung Mühlenberg

 

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in und getaggt als , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.