Aachener Kongressdenkmal – Vorschlag

Kongressdenkmal Aachen im Stadtgarten
Normalerweise eine architektonische Augenweide in Aachen, doch baulich stark angegriffen und in einem unwürdigen Zustand: Das Kongressdenkmal im Aachener Stadtgarten

1822 wurde das Denkmal am Adalbertsteinweg errichtet und in den 1920er Jahren in den Stadtgarten (Farwickpark) unweit des Spielcasinos versetzt.

Zu Ehren des Friedenskongresses (an dem 1818 der König von Preußen, der Russische Zar und der österreichische Kaiser in Aachen teilnahmen) schuf Johann Peter Cremer den baulichen Entwurf, der von Karl Friedrich Schinkel veredelt wurde (wie beim Elisenbrunnen und Stadttheater). An den Aachener Kongress erinnern die Namensgebungen der Alexanderstraße, der Franzstraße sowie Wilhelmstraße, da dort die erwähnten Monarchen nächtigten.

Denkmalverantwortlichen Aachens liegt das Kongressdenkmal nicht sonderlich am Herzen. Seit Jahren ist seine Existenz dem Verfall und Vandalismus preisgegeben.

Marmorplatten wurden entwendet und nicht ersetzt, Kriegsschäden hat man nicht behoben. Die Säulen sind mit Zeichnungen verunstaltet, deren Datumsangaben davon zeugen, wie lange sie sich dort bereits befinden. Allerlei Vogelkot und anderer Unrat befinden sich im Inneren des Ehrenbaus.

Insgesamt macht das Kongressdenkmal einen heruntergekommenen und verwahrlosten Eindruck. Dieser Wahrnehmung wird durch eine hässliche Notverankerung verstärkt, die dem Bau die erforderliche Standfestigkeit garantiert, jedoch gleichzeitig als Vogelstange dient.

Der Zustand (eines der ältesten Ehrenmonumente Aachens) ist nicht nur bedauerlich sondern gleichzeitig umso verwunderlicher, ob der Tatsache, dass der gesamte Stadtgarten unter Denkmalschutz steht.

Fotos: Sammlung Mühlenberg

Vorschlag:

Die Kongresse des „Aachener Friedens“ gehen auf das Jahr 1748 zurück. Was spräche dagegen das Kongreßdenkmal erneut zu versetzen und zu einem innerstädtischen „Friedensdenkmal“ zu erheben?

Aachen wurde 1944 als erste deutsche Großstadt vom NS-Regime befreit. Dieser Tatsache könnte man dauerhaft mit Hilfe des Kongreßdenkmals symbolischen Wert hinzufügen. Heute befindet sich das Monument an einem Ort, der seiner ursprünglich angedachten Symbolkraft überhaupt nicht gerecht wird.

An der Stelle des vormaligen Scherptors, also am Ende der Annastraße findet sich eine vakante Stelle (ein Parkplatz), an der das Krongreßdenkmal gleichzeitig als Ehrenmal für die Gefallenen der letzten Kriege dienen könnte.

An einer würdevollen Gedenkstätte dieser Art mangelt es in Aachen ohnehin.

 

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