Ansicht des Aachener Doms Mitte des 19ten Jahrhunderts

Ansicht des Aachener Doms nach einem Stahlstich um 1840.
Bauzustand des Doms aus südlicher Richtung. Auf dem Stahlstich ist die Öffnung der Annakapelle zu erkennen.

Bauinspektor Robert Cremer ist der Erbauer der Technischen Hochschule und hat in der Aachener Stadtgeschichte einen Platz als Restaurator des Münsters (1862-1873) inne.

Der Stahlstich von Johannes Poppel gibt die Situation der Dom-Südseite um 1840 wieder. Der Baubestand im Vordergrund zeigt die früheren Häuserzeilen vor der heutigen Hans-von-Reutlingen-Gasse, die nur 13 lang und drei Meter breit ist.

Anfang der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts sprachen sich Stimmen dafür aus, dass barocke Dach des Oktogons und der Ungarischen Kapelle abzureißen und durch gotische Stilelemente zu ersetzen. Glücklichweise ist das nicht geschehen.

Den Stuck in der Oktogonkuppel ließ Robert Cremer im Winter 1869/1870 hingegen abschlagen, obschon er an anderer Stelle betonte, „sich unendlich klein zu fühlen bei der Betrachtung seiner Vorgänger“.

Auf dem Bild rechts ist die Annakapelle zu sehen (geweiht 1448). Sie gilt als reichster aller Anbauten der karolingischen Pfalzkapelle. Ihre Öffnungen wurden 1772 zugemauert, da sich dort (nach damaliger Auffassung) zu viel Schmutz ablagerte.

Die Zumauerung bezieht sich wohl auf das linke, den Westwinden ausgesetzte Portal (auf der Zeichnung gut zu erkennen). Später entstandene Abbildungen belegen, dass der in östlicher Richtung befindliche Zugang zur Annakapelle noch lange Zeit genutzt wurde. Vermutungen legen nahe, dass dies bis zur Errichtung der Einfriedung durch einen Eisengitterzaun der Fall war, die ebenfalls in die Amtszeit von Cremer fällt (Fertigstellung Mai 1867).

Robert Cremers Bautätigkeiten am Dom waren von jahrelangen, vehementen Auseinandersetzungen mit dem Karlsverein und dem Archäologischen Verein begleitet.

Abbildung: Privatarchiv Jorg Mühlenberg (Stahlstich um 1840)

 

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