Bau des Parkhauses an der Jesuitenstraße

Baugeschichte der Stadt Aachen: Parkhausbau in der Jesuitenstraße
Blick in die Jesuitenstraße Anfang 1980: Im Hintergrund befindet sich die Michaelstraße. Rechter Hand blicken wir auf die Einmündung zur Prinzenhofstraße

1603 ließen sich die Jesuiten in Aachen nieder. Zunächst in der Annastraße. Auf dem Bild erkennen wir die Michaelskirche. Sie blieb als einziges Gebäude von den vormals ausgedehnten Klostergebäuden des Jesuitenklosters erhalten. Der Stadtbrand von 1656 zerstörte alle Bauten des Klosterkomplexes, die an der Annastraße lagen.

Die Kirchen-Fundamente stammen aus dem Jahr 1617. Beim Bau wurden u. a. Materialien des Ponelturmes und der Barbarossamauer verwendet. Die Fassade im Renaissancestil wurde 1891 erbaut.

Nach dem Krieg wurde beim Bau eines Möbelgeschäftes ein Teil der Barbarossamauer in der Jesuitenstraße sichtbar. Dieses Mauerstück ist heute noch vorhanden.

In der ersten Hälfte des 19ten Jahrhunderts baute man eine Verbindungsstraße zwischen Annastraße (früher Scherpstraße) und Jesuitenstraße (früher Gaystraße) names Michaelstraße (heute Frère-Roger-Straße). Sie dient inzwischen der Zufahrt zum „Parkhaus am Dom“, das sich zum Zeitpunkt der Fotoaufnahme im Bau befand.

Ende der 1970er Jahre schuf man einen unmaßstäblichen Bau in Form einer Tiefgarage mit Parkdeck südlich der Annastraße. Bei diesem Neubau wurden die letzten Reste der Klosterbauten in der Jesuitenstraße zerstört, z. B. eine bedeutende Portalanlage.

Städteplanerisch kurios: Das stark frequentierte „Parkhaus am Dom“ befindet sich unmittelbar neben einer Schule (St. Leonhard). Die Zufahrt zum Parkhaus führt vom Löhergraben durch eine verkehrsberuhigte Zone und obendrein wurde 2012 die Prinzenhofstraße als Parkhaus-Abfahrtsweg zugebaut. Über die chaotischen Verkehrsbedingungen im Aachener Domviertel wurde bereits berichtet.

Foto: Privatarchiv Dr. Ehlen

 

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