Karolingischer Granusturm

Granusturm in Aachen 1943
Nachdem die Rathaustürme Feuer fingen, schmolz die eiserne Dachkonstruktion des Granusturms. Foto aus dem Kriegsjahr 1943

Der quadratische Wohnturm ist das einzige (äußerlich sichtbare) Teil der Kaiserpfalz Karls des Großen und ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Geschichtszeugnis Aachens.

Im Mittelalter war seine bauliche Einbeziehung in den Rathausbau umstritten, die sich jedoch später als bedeutungsvoller Ankerpunkt des Rathausgebäude bewähren sollte. Der quadratische Granusturm wird historisch als Wohnturm definiert. Unter anderem verfügte er bereits zur Zeit Kaiser Karls über eine Toilettenanlage.

Der Architekt, Stadtkonservator und Bauhistoriker Dr. Leo Hugot setzte sich (Ende der 1960er Jahre) gleichsam fachkundig und leidenschaftlich für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen des östlichen Rathausturm ein. Neben Kriegszerstörungen des oberen Turmabschlusses wies der Granusturm in einigen Etagen klaffende Risse auf. Auch war seine Standfestigkeit zeitweilig bedroht. Der Aachener Stadtrat genehmigte daraufhin üppige Geldmittel, die den Granusturmbau retteten.

Aachener Stadtgeschichte 2012 Granusturm
Vergleichsaufnahme des Granusturms 2012

Auf dem Foto, das im Kriegsjahr 1943 entstand, ist die ursprüngliche Beschaffenheit des Turmabschlusses zu erkennen. Der Aussichtsbalkon Richtung Katschhof wurde Opfer späterer Luftangriffe. Heutigen Betrachtern präsentiert sich der massige Granusturm-Mauerbau schätzungsweise um vier Meter Höhe eingekürzt.

Zum gleichen Aufnahmezeitpunkt entstand ein Foto aus der Perspektive der Krämerstraße.

Fotos: Privatarchiv Jorg Mühlenberg

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