Kriegsende in Aachen

Aachen im Krieg 1944
Einnahme Aachens am 13. Oktober 1944 - ein Monat zuvor wurden zwei Minderjährige in Aachen exekutiert

Autorisiert durch einen Anti-Plünderungsbefehl des Divisionskommandeurs General von Schwerin wurden in Aachen am 13. September 1944 zwei 14jährige Burschen von einem Standgericht hingerichtet.

Die Freunde (Karl Schwartz und Johann Hermann) waren von der Mutter Karls zum Kauf von Zigaretten (mit Bezugsschein) in die Stiftstraße geschickt worden. In der Blondelstraße Nr. 2 griff man die beiden am verlassenen Feinkostgeschäft „Kaiser“ (mit rund zehn weiteren Personen) auf. Alle Erwachsenen wurden freigelassen.

Ein NS-Standgericht fällte sein Urteil am gleichen Tag (im Restaurant „Drei Türmchen„).

Der Aachener Stadtrat entschied 1963 einen Teil des Kornelimünsterwegs in Graf-Schwerin-Straße umzubenennen. Zuvor hatte von Schwerin eine erste Ehrung erhalten und sich ins „Goldene Buch“ der Stadt eingetragen.

Gerhard Graf von Schwerin galt jahrzehntelang als „Retter von Aachen„, da er eine Schlacht in Aachen dadurch verhindert haben soll, die Zivilbevölkerung (entgegen eines Führerbefehls) zu evakuieren.

Weite Teile des „Schwerin-Mythos“ (u. a. bzgl. dessen Widerstands gegenüber dem Nationalsozialismus) werden inzwischen als fragwürdig eingestuft bzw. wurden detailliert widerlegt (insbesondere durch ein 2007 in Auftrag gegebenes Gutachten der Stadt Aachen).

Am 12. Mai 1940 traf die erste Luftbombe Aachener Stadtgebiet. Mehr als 60 mittelschwere und fünf Großangriffe sollten bis zum 12. September 1944 folgen. Über 2.000 Personen fanden hierbei den Tod, mehr als 2.000 Menschen wurden verletzt.

Foto: US Signal Corps, Wirephoto

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