Aachen-Quiz – Foto aus der Stadtgeschichte (7)

Aachener Kurviertel - Foto vor dem Krieg
Welchen "Brunnen" kennen Aachener an dieser Stelle, der wirkt, als wäre er in künstlerischen Notzeiten erschaffen worden?

Dort, wo sich auf dem Foto vormals die beiden Fußgängerinnen befanden, blicken wir seit 1971 auf ein „Brunnendenkmal„, das zumindest im Online-Lexikon Wikipedia als solches ausgewiesen wird.

Historische Substanz weist das Wasserspiel nicht auf, obschon es sich um einen geschichtsträchtigen Platz handelt. Einheimischen und Besuchern der Stadt bleibt jeder inhaltliche Bezug des Brunnens zur Aachener Geschichte (seit nunmehr vier Jahrzehnten) verborgen. Unter Umständen hatte man den auch nie im Sinn.

Wie lautet die offizielle Bezeichnung für das kunstvolle Wasserspiel?

Stephan Spees hat das Rätsel gelöst. Er schreibt:

„Das müsste dann der “Röhrenbrunnen” sein, wenn ich mich nicht irre…“

Foto: Privatarchiv Jorg Mühlenberg

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Aachener Polizeistreife

Aachener Polizei - Diepenbenden 1960
"SoKo Weiher-Idylle", Diepenbenden 1960

Das Fotoalbum ist beschrieben mit „Robert 20“ und stammt aus dem Jahr 1960.

Bei dem Polizeiwagen handelt es sich um einen Opel. Die beiden feschen Ordnungshüter ließen sich „Am Chorusberg“ verewigen. Im Hintergrund rechts zweigt der Bischof-Hemmerle-Weg vom Grindelweg ab.

Das vormals beliebte Ausflugslokal „Aquarium“ befindet sich rückwärtig links.

Foto: Privatarchiv Jorg Mühlenberg

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Karolingischer Granusturm

Granusturm in Aachen 1943
Nachdem die Rathaustürme Feuer fingen, schmolz die eiserne Dachkonstruktion des Granusturms. Foto aus dem Kriegsjahr 1943

Der quadratische Wohnturm ist das einzige (äußerlich sichtbare) Teil der Kaiserpfalz Karls des Großen und ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Geschichtszeugnis Aachens.

Im Mittelalter war seine bauliche Einbeziehung in den Rathausbau umstritten, die sich jedoch später als bedeutungsvoller Ankerpunkt des Rathausgebäude bewähren sollte. Der quadratische Granusturm wird historisch als Wohnturm definiert. Unter anderem verfügte er bereits zur Zeit Kaiser Karls über eine Toilettenanlage.

Der Architekt, Stadtkonservator und Bauhistoriker Dr. Leo Hugot setzte sich (Ende der 1960er Jahre) gleichsam fachkundig und leidenschaftlich für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen des östlichen Rathausturm ein. Neben Kriegszerstörungen des oberen Turmabschlusses wies der Granusturm in einigen Etagen klaffende Risse auf. Auch war seine Standfestigkeit zeitweilig bedroht. Der Aachener Stadtrat genehmigte daraufhin üppige Geldmittel, die den Granusturmbau retteten.

Aachener Stadtgeschichte 2012 Granusturm
Vergleichsaufnahme des Granusturms 2012

Auf dem Foto, das im Kriegsjahr 1943 entstand, ist die ursprüngliche Beschaffenheit des Turmabschlusses zu erkennen. Der Aussichtsbalkon Richtung Katschhof wurde Opfer späterer Luftangriffe. Heutigen Betrachtern präsentiert sich der massige Granusturm-Mauerbau schätzungsweise um vier Meter Höhe eingekürzt.

Zum gleichen Aufnahmezeitpunkt entstand ein Foto aus der Perspektive der Krämerstraße.

Fotos: Privatarchiv Jorg Mühlenberg

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Aachener Stadtgeschichte – Fotorätsel (6)

Ältestes Foto aus Aachen - Stadttheater am Theaterplatz
Aachener Stadttheater in einer historischen Ansicht aus dem Jahr 1888

Der Aachener Theaterplatz war tatsächlich einmal ein Platz.

Diese Ansicht ist die älteste (mir bekannte) Ansicht des Theaterplatzes.

Der Aufnahmezeitpunkt reicht auf das  Jahr 1888 zurück. Interessanterweise ist eine „Normaluhr“ auf dem Theaterplatz zu entdecken. Übrigens: Rund ein halbes Dutzend Normaluhren gab es einst in Aachen.

Unser aktuelles Fotorätsel bezieht sich auf das Gebäude der rechten Bildseite. Wer kennt seinen Namen?

Der gut informierte Michael Schwarz aus Aachen schreibt: „Das war das Telegraphenamt, richtig?“

Foto: Privatarchiv Jorg Mühlenberg

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Aachener Bahnbetriebswerk im Jahr 1961

Aachener Geschichte - Eisenbahngeschichte - Foto vom Hauptbahnhof 1961
Das Foto entstand Anfang Mai 1961. Links befindet sich die Bahnstrecke nach Belgien. Rechter Hand zweigt die Bahnspur in Richtung Mönchengladbach ab

Über die Aachener Eisenbahngeschichte wurde auf den Seiten aachen-stadtgeschichte.de bisher wenig berichtet. In den nächsten Wochen finden sich weitere historische Fotos und Hintergrundinformationen hierzu. Den Auftakt macht eine Abbildung, die im Mai 1961 am Aachener Hauptbahnhof aufgenommen wurde.

Im Jahr 1838 wurde die erste deutsche Waggonfabrik in Aachen gegründet, die aktuell unter dem Namen Waggonfabrik Talbot GmbH & Co. KG firmierte und deren Produktionsstätten vormals an der Jülicherstraße beheimatet waren.

Bereits 1843 wurde die Bahnstrecke ins belgische Herbesthal in Betrieb genommen. Sie ist die erste internationale grenzüberschreitende Bahnverbindung. Ihr Streckenverlauf führte über Aachen-Ronheide durch den alten Buschtunnel, der manche Kuriosität aufwies, über die noch ausführlich berichtet wird.

Der historisch bedeutungsvolle Streckenverlauf nach Belgien ist auf dem Foto links gut zu erkennen. Zum damaligen Aufnahmezeitpunkt war der Fußgängerübergang nach Burtscheid noch nicht errichtet.

Foto: Privatarchiv Jorg Mühlenberg

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Skandalös: Aachener Archäologie – Bauarbeiten im Domviertel

Archäologie in Aachen - Domviertel
In naher Zukunft werden viele Aachener solche Ansichten im Domviertel sehen. Die Stadt Aachen plant das Domviertel mit Kanälen und Rohrleitungen weitgehend neu zu bestücken

„Baulärm- und Dreck wird in den nächsten 1 1/2 Jahren das Bild der Aachener Altstadt bestimmen. Rund 1.600 Kilometer Kanäle und Leitungen müssen bis Ende 2013 erneuert werden. Für Geschäftsleute, Anwohner und Kunden bedeutet das: Massive Einschränkungen und Belästigungen. Probleme werden vor allem die parallel laufenden Baustellen rund um Dom und Rathaus bereiten. Denn das bedeutet nicht nur, dass Geschäfte, Wohnungen und Parkhäuser schlechter zu erreichen sind. Auch wird sich der Zeitplan weiter nach hinten verschieben, wenn die Bauarbeiter mal wieder auf archäologische Funde stoßen. Um die Gemüter zu beruhigen, hat die Stadt eine Baustellen-Hotline geschaltet. Dort können die Betroffenen ihre Beschwerden loswerden.“

Originaltext: WDR Studio Aachen

Historische Funde aus der Aachener Stadtgeschichte
Der Zeitplan drückt: Bis 2014 sollen alle Tiefbaumaßnahmen abgeschlossen sein. Gerne würden die Stadtverantwortlichen archäologische Funde fotografieren anstatt von wissenschaftlichen Fachleuten auswerten zu lassen

Anmerkung: In einem heutigen Radiobeitrag des WDR-Studios Aachens berichtete man über die umfangreichen, bevorstehenden Stawag-Tiefbaumaßnahmen, die im Aachener Domviertel anstehen.

Eine verantwortliche Dame, deren Namen ich auch nach intensiven Recherchen (nachträglich) leider nicht ausfindig machen konnte (vermutlich aus dem Baudezernat der Stadt Aachen), schlug in dem WDR-Radiobeitrag allen Ernstes vor, die archäologischen Funde im Domviertel zukünftig lediglich fotografieren und nicht mehr gewissenhaft katalogisieren zu wollen, um den städtischen Tiefbauplan bis Ende 2013 einhalten zu können.

Das Jahr 2014 hat die Stadt Aachen zum Karlsjahr ausgerufen. Bis dahin müssen alle Tiefbauarbeiten abgeschlossen sein, auch, weil es sich 2014 gleichzeitig um das Jahr der Aachenfahrt handelt, in dem bis zu 100.000 auswärtige Pilger erwartet werden.

Nach wie vor ist keine ausreichende Lobby für die Archäologie in Aachen in Sicht. Nachdem die Bagger im Domviertel angerückt sind, sollen (nach Ansicht der Stadtverwaltung) archäologische Funde bevorzugt fotografiert werden, um ein zügiges Fortkommen der Arbeiten zu garantieren.

Aus den eklatanten archäologischen Fehltritten der Vergangenheit hat man in Aachen offensichtlich nichts dazugelernt.

Eine Beschwerde-Hotline hat man vorsorglich unter 0241 181-1444 eingerichtet.

Fotos: Jorg Mühlenberg, Hartmannstraße & am Hühnerdieb, 2012

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Aachener Kapuzinergraben in den 1950er Jahren

Aachener Geschichte am Kapuzinergraben - Foto 1951
Foto einer Burschenschaft am Kapuzinergraben 1951. In Blickrichtung befindet sich links der Elisenbrunnen

Zwei Momentaufnahmen aus der Aachener Nachkriegszeit sehen wir hier.

Während es 1951 (anlässlich der Heiligtumsfahrt) gesittet und feierlich zuging, war der Karnevalsumzug 1957 weitaus fröhlicher und beschwinger.

Beide Fotos wurden am Kapuzinergraben aufgenommen. Auf der oberen Abbildung ist die noch lückenhafte Bebauung zu erkennen, an deren Stelle 1952 das Degraa-Wirtshaus eröffnet wurde.

Jugendgruppe am Kapuzinergraben - Ende der 1950er Jahre
Fröhliche Jugendgruppe am Kapuzinergraben, Ecke Hartmanstraße - Karneval 1957

Auf dem zweiten Foto ist erkennbar, dass sich 1957 (genau wie heute) rechts neben dem Degraa-Brauhaus bereits eine Eisdiele befand.

„Wir bringen jetzt, wie alle Welt, zur Sparkasse das liebe Geld“, lautete das Motto der verkleideten Jugendgruppe. 

Gegebenenfalls kann jemand mit Details aushelfen. Vielleicht erkennt der ein oder andere Öcher auch Mitglieder der Menschengruppen, die auf den Fotos zu erkennen sind.

Wie immer freue ich mich über Hinweise.

Fotos: Privatarchiv Jorg Mühlenberg

 

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Aachener Salvatorberg – Salvatorkirche

Abbildung St. Salvator in Aachen auf dem Salvatorberg
Ansicht von St. Salvator im 19ten Jahrhundert

Die Kirche befindet sich auf dem Salvatorberg, einem Nebenberg des Lousbergs.

Ludwig der Fromme errichtete dort einst einen Klosterbau names St. Salvator. Der Sohn Karls des Großen gilt als Namensstifter der Ludwigallee, die sich am Fuße des Salvatorbergs befindet.

Stadtbaumeister Joseph Laurent rekonstruierte die mittelalterliche Kirche im 19ten Jahrhundert. Ein (im Jahr 1886 fertig gestellter) Neubau wurde im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört.

Altes Foto von St. Salvator vor dem Zweiten Weltkrieg
Foto von St. Salvator zu Anfang des 20ten Jahrhunderts

Abbildung: Reproduktion – Privatarchiv Jorg Mühlenberg

Foto: Privatarchiv Jorg Mühlenberg

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Der Barbarossaleuchter im Aachener Dom

Aachener Stadtgeschichte: Barbarossaleuchter 1938
Das Foto wurde 1938 zu Unterrichtszwecken verwendet. Es ist wahrscheinlich, dass der Aufnahmezeitpunkt deutlich davor datiert

Als sicher gilt, dass die Werkstatt des Leuchters maasländisch orientiert ist. Wann die imposante Edelschmiedekunst (in der zweiten Hälfte des 12ten Jahrhunderts) von Friedrich Barbarossa gestiftet wurde, ist historisch unbestimmt.

Die Lichtkrone nimmt mit ihren sechzehn Türmen die Architektur des Oktogons auf.

Der Barbarossaleuchter befindet sich nicht mehr im Originalzustand. Seinen Urzustand gibt vage ein Kupferstich aus dem Jahre 1620 wieder. Über Jahrhunderte hinweg erfuhr der mächtige Leuchter Zerstörungen. Ursprünglich vereinte er eine Fülle meisterlicher Techniken (die sich z. B. im Reichtum seiner Ornamente widerfanden).

Anfang des 19ten Jahrhundert (in der Zeit des ersten Aachener Bischofs Marcus Antonius Berdolet) wurde darüber diskutiert den Barbarossaleuchter einzuschmelzen.

Barbarossa-Leuchter im Aachener Dom - Vorkriegsfoto
Dieses Bild zeigt ebenfalls eine Vorkriegsansicht des Oktogons in östlicher Blickrichtung

Bemerkenswert ist die enorme Tragkraft der 27 Meter langen Kette (sowie deren Befestigung), die den (im Durchmesser mehr als vier Meter spannenden) Leuchter seit Jahrhunderten sicher hält.

Das obere Foto stammt aus der „Reichsstelle für Unterrichtsfilm“ und wurde von Theodorisch Benzinger vor dem Zweiten Weltkrieg aufgenommen. Auffällig ist die fehlende Bestuhlung auf dem Geschichtsunterricht-Foto.

Fotos: Privatarchiv Jorg Mühlenberg

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Äußere Stadtbefestigung – Lavenstein und Pulverturm

Aachener Stadtgeschichte: Langer Turm - Vorkriegsaufnahme
Der "Lange Turm" aus der Blickrichtung Melatener Straße. Bei dem Turmaufbau könnte es sich um ein militärisch motiviertes Objekt handeln

Der Lange Turm (auch Pulverturm genannt) an der Turmstraße und der Lavenstein am Boxgraben überstanden glücklicherweise die Verwüstungen des letzten Krieges.

Die äußere Stadtbefestigung des Mittelalters hatte 23 Türme, von denen vor allem in nordwestlicher Richtung Reste erhalten blieben (Marienturm, Langer Turm, Pfaffenturm und Lavenstein).

Aachens Stadttore und Türme wurden im Krieg stark beschädigt. Seit 1945 wurden sie aufwendig wiederhergestellt und konserviert.

Über Jahrhunderte hinweg diente die exponierte Lage des Pulverturms auch als Beobachtungsposten für innerstädtische Brände. Der Turm wurde allerdings selbst einige Male von Blitzeinschlägen heimgesucht. Seit Jahren beherbergt er Studentenwohnungen.

Dem Wehrturm Lavenstein bleibt (aufgrund seiner

Aachener Stadtmauer - Türme... Lavenstein
Lavenstein - in Blickrichtung befindet sich der Boxgraben. Rechts würde man zur "Schantz" gelangen

nur zweigeschossigen Höhe) eine Nutzung verwehrt. Nichtsdestotrotz freuen wir über sein Vorhandensein als mittelalterliches Baudenkmal, das trotz der bescheidenen Verwendungsmöglichkeiten den umfassenden Niederlegungen im 19ten Jahrhundert entging.

Die historisch wertvollen Aufnahmen wurden in den 1930er Jahren fotografiert.

Fotos: Privatarchiv Jorg Mühlenberg

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