Aachener Domviertel vor dem Krieg

Aachen vor dem Krieg - Fotos aus der Innenstadt
Luftaufnahme des Aachener Stadtzentrums vor den Kriegszerstörungen

Diese militärische Luftaufnahme fand ihren Weg über New York (und gerüchteweise via Mexiko) nach Aachen. Der Aufnahmezeitpunkt ist ungewiss. Es ist anzunehmen, dass das Foto in den 1930er Jahren entstand.

Die enormen Abmessungen des Kaiserbads sind erkennbar, ebenso wie der (eher selten fotografierte) Vorkriegsbestand am Friedrich-Wilhelm-Platz (oben links gegenüber der Elisenbrunnen-Rotunde).

Es fällt auf, wie viele Bäume im Elisengarten vorhanden waren. Alter Baumbestand ist in der Innenstadt heute ebenso rar wie es original erhaltene Denkmale sind. Ein prächtiges Baumexemplar, das alle Bombardements überstand, wurde dem 1973 eingeweihten Bushofbau geopfert.

Dem monströsen Aachener Bushof „droht“ aktuell der Abriss. Alternativ werden ein Hotelbau oder eine Markthalle in Erwägung gezogen.

Nach Angaben der ASEAG zählt man derzeit an Werktagen rund 3.200 An- und Abfahrten am Elisenbrunnen (Stand August 2011).

Das Verkehrskonzept der SPD sieht zukünftig weitere Einschränkungen für den Individualverkehr vor. Autos sollen noch weiter aus der Aachener Innenstadt verbannt und ASEAG-Knotenpunkte vermehrt auf die offene Straße verlegen werden. Beispielsweise auf einen (dann neu zu schaffenden) Mittelstreifen in der Peterstraße.

Foto: Privatarchiv Jorg Mühlenberg

Veröffentlicht in | Getaggt , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Aachener Innenstadt 1961

1961 - Foto aus der Aachener Stadtgeschichte am Friedrich-Wilhelm-Platz
Geschäftliches Treiben zu Beginn der 60er Jahre am Friedrich-Wilhelm-Platz

Einem Teenager zog es (beim Anblick adretter Damen) am Friedrich-Wilhelm-Platz glatt den rechten Schuh aus.

Rückwärtig ist die Aachener Hauptfiliale der „Deutschen Bank“ angesiedelt.

Zur Linken befindet sich seit 1954 der Firmensitz von „Juwelier Lücker“ (1903 gegründet).

Das Familienunternehmen unterhielt zuvor Geschäftsräume in der Jakobstraße und (nach 1930) am Löhergraben.

Die Brüder Herbert & Gerd Lücker lenkten ab 1971 die Geschicke des Unternehmens am Elisenbrunnen. Seit 2003 ist (in vierter Generation) René Lücker verantwortlich.

Lücker am Elisenbrunnen
Uhren Lücker mit vergleichsweise bescheidener Auslage in den 1950er Jahren

Foto: Privatarchiv Gotthard Keitz, Geilenkirchen

Foto: Privatarchiv Familie Lücker, Aachen

Farbfoto: Jorg Mühlenberg

 

 

 

Lücker in Aachen am Elisenbrunnen
Gilt heute euregioweit als Nr. 1 in Sachen hochwertiger Uhren und Juwelen: Lücker am Elisenbrunnen
Veröffentlicht in | Getaggt , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Aachener Heiligtumsfahrt 1951

Heiligtumsfahrt 1951 - Aachener Geschichte
Armreliquie (der goldenen Hand) 1951

Die nächste Aachener Heiligtumsfahrt findet 2014 statt. Es werden bis zu 100.000 Pilger erwartet.

Alle sieben Jahre werden Pilgern aus aller Welt jene vier Heiligtümer gezeigt, die vermutlich bereits zur Zeit Kaiser Karls nach Aachen gebracht wurden.

In der Armreliquie (der goldenen Hand) befinden sich seit dem 14ten Jahrhundert (hinter einem Bergkristallfenster) Elle & Speiche aus Kaiser Karls rechtem Arm.

Das „Jagdhaus Halbach“ hat heute noch seinen Sitz in der Kleinmarschierstraße1908 ist das Unternehmen gegründet worden.

Fotos: Privatarchiv Jorg Mühlenberg

 

Bischof Johannes van der Velden, Aachen
Der Bischof von Aachen Johannes van der Velden verstarb drei Jahre nach dieser Aufnahme in Krefeld
Karlsbüste 1951 während der Heiligtumsfahrt
Die Karlsbüste wurde im 14ten Jahrhundert in Aachen gefertigt. Als Stifter gilt der römisch-deutsche Kaiser Karl IV.
Veröffentlicht in | Getaggt , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Verkehrsunfall am Adalbertstift 1961

Aachener Kaiserplatz - Verkehrsunfall 1956
Aachener Polizeibeamte bei der Rekonstruktion eines Verkehrsunfalls am Kaiserplatz

Das Foto zeigt polizeiliche Ermittlungen nach einem tödlichen Verkehrsunfall am Kaiserplatz.

Rechter Hand zweigt die Einmündung zur Martin-Luther-Straße ab.

Der Kaiserplatz entwickelte sich frühzeitig zu einem Aachener Verkehrsknotenpunkt. In den 1950er Jahren wurde dort deshalb der Bau der ersten Fußgängerunterführung vorgenommen (die ehemalige Überdachung ist weiter hinten zu erkennen).

Aachener Geschichte - Vergleichsaufnahme 2012
Ähnliche Perspektive, im Jahr 2012 aufgenommen

Am Kaiserplatz befindet sich der tiefste Punkt (über NN) der Aachener Innenstadt. Vor einem mittelalterlichen Wassertor vereinigten sich einst mehrere Bäche, die (durch die Stadtbefestigung hindurch) in die Wurm abgeleitet wurden.

 

 

 

 

Bernd Lindemann lebt heute in Duisburg und korrigiert dankenswerterweise die Jahreszahl der Fotoaufnahme:

„Mir fiel bei Ihrem Foto von “1956″ auf, daß dort ein Opel Rekord zu sehen ist (der 3. von rechts, weiß, mit den beiden Punktrückleuchten), der aber erst 1961 auf den Markt gekommen ist (als Nachfolger des legendären Panorama-Modells).“

Foto: Privatarchiv Heinz-Jürgen Heinrich, Aachen

 

Veröffentlicht in | Getaggt , , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Aachener Straßenbahn

Straßenbahn-Foto aus der Zeit vor dem letzten Krieg
Die "Linie 8" war seinerzeit in Aachens Süden unterwegs

Seitdem man am 29. September 1974 den Straßenbahnverkehr in Aachen einstellte, hat Deutschlands westlichste Großstadt viel von ihrem großstädtischen Flair eingebüßt.

Zeitweise verfügte Aachen über das viertgrößte Straßenbahnnetz Deutschlands. In Betrieb genommen wurden erste Straßenbahnstrecken im Jahr 1880.

Das obere Foto zeigt eine Momentaufnahme, die auf einer Linie im Aachener Wald in der Zwischenkriegszeit aufgenommen wurde.

ASEAG Straßenbahn Foto - Aachener Kollegen
Kameradschaft wurde bei den Aachener Straßenbahnkollegen groß geschrieben. Auch der Spaß kam nicht zu kurz

Vermutlich befuhr die Linie 8 die Eupenerstraße von und in Richtung Grenzübergang „Köpfchen“. Andre Quellen nennen den Stolberger Hauptbahnhof als kurzzeitigen Zielort der „Linie 8“. Im letzteren Fall würde die Aufnahme aus der Mitte der 1930er Jahre stammen.

Auf dem zweiten Foto, auf dem u. a. ASEAG-Fahrschüler zu sehen sind, ist in der hinteren Reihe (als 5ter von rechts) Josef Baumsteiger zu erkennen.

Das „Öcher Urgestein“ wurde 2012 mit dem Gottfried-Leuchter-Orden von der „KG Fidele Freunde“ ausgezeichnet. „Jupp“ Baumsteiger engagiert sich seit vielen Jahrzehnten im Aachener Kinderkarneval.

Gewissenhafte Straßenbahnpflege Anno Dazumal
Gewissenhafte Straßenbahnpflege im ASEAG-Depot in der Scheibenstrasse

Aufgrund eines (inzwischen als parteiisch eingestuften) Gutachtens beschloss der Aachener Stadtrat 1972 die Einstellung des Straßenbahnbetriebs.

Im Rat der Stadt gab es lediglich eine prominente Gegenstimme.

Fotos: Privatarchiv H. Faymonville – van der Maas

 

 

Reiner Bimmermann hilft uns auf die Sprünge und ergänzt alle drei Fotos mit seinem enormen Expertenwissen wie folgt:

Bild 1
Der Zug aus Triebwagen 407 (Talbot 1915) und Beiwagen 98 (Talbot 1928) hat gerade in der Ausweiche Osterweg umgesetzt und ist bereit für die Rückfahrt Richtung Aachen. Da ein Beiwagen mitgeführt wird, ist das Foto wahrscheinlich an einem Sonntag oder Feiertag aufgenommen. Die Aufnahme ist zwischen 1928 und 1933 entstanden. Die Linie 8 befuhr die Strecke Aachen Hbf – Kaiserplatz – Hansemannplatz – Markt – Preusweg – Osterweg von 1909-1933, danach wurde sie durch die Linie 21 ersetzt, die von Aachen Osterweg über Haaren und Würselen nach Bardenberg verkehrte, doch das ist eine andere Geschichte.

Bild 2
Das Foto zeigt den Triebwagen 2608 (Talbot 1926), der im Krieg zerstörte wurde, und erst 1950 von der ASEAG neu aufgebaut worden ist. Die Pause auf der Fahrschulfahrt ist irgendwann Anfang der 1950er Jahre gemacht worden. Das Wo ist schwierig. Es könnte der Kommericher Berg zwischen Freund und der Ausweiche Elgermühle sein. Regulär verkehrte hier die Linie 25 Aachen – Brand – Büsbach – Stolberg. Die Strecke fällt hier von Brand aus stark ab ins Tal der Inde, die bei Elgermühle überquert wird. Dann geht es wieder Berg auf weiter Richtung Büsbach.

Bild 3
Das Foto zeigt einen Rundbahntriebwagen der Reihe 2601-20 (Talbot 1926/27) bei der “Körperpflege” in der Wagenhalle Oberstraße. Da im Hintergrung ein Neuwieder “Geisterwagen” zu sehen ist, ist die Aufnahme zwischen 1951 und 1956 entstanden.

 

Veröffentlicht in | Getaggt , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Aachener Rathaus vor 1877

Aachener Rathaus - sehr altes Foto aus dem 19ten Jahrhundert
Eine besonders frühe Fotografie aus dem alten Aachen - die Aufnahme entstand zwischen 1850 und 1877

Johann Joseph Couven führte in den Jahren 1727 bis 1732 barocke Umgestaltungen am Rathaus durch. Dazu gehörte (neben Fassadenarbeiten) auch der Treppenbereich vor dem Haupteingang.

Diese Barockelemente wurden in der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts (unter Stadtbaumeister Friedrich Joseph Ark) dem inzwischen nüchternerem Zeitgeschmack angepasst. Der untere Bereich des Rathaustreppenaufgangs ist 1877 abgerissen worden.

Die barocke Brunneneinfassung blieb (nach beträchtlichen Kriegsschäden rekonstruiert) erhalten.

Das Foto zeigt den Marktplatz und die Ansicht der Rathausfassade. Es ist das älteste (mir bekannte) fotografische Dokument des Aachener Rathauses. Das Foto ist auf das Jahr 1850 datiert, wird jedoch definitiv vor 1877 aufgenommen worden sein.

Aachener Stadtgeschichte - Rathaus - Degraa-Foto
Reproduktion einer Aachener Rathausansicht (gefunden im Aachener Brauhaus DEGRAA) vermutlich aus der Mitte des 18ten Jahrhunderts stammend

Hatten die beiden Brunnen neben dem Karlsbrunnen Namen?

Auf der Fotografie entdeckte ich die Brunnenbauten zum ersten Mal.

Im „Aachener Brauhaus“ (DEGRAA am Theater) ist die Vergrößerung eines Stichs zu sehen, auf dem beide Brunnendenkmale (schätzungsweise um 1750 gezeichnet) mit Adlerskulpturen verziert waren. Wer weiß mehr darüber?

Damals blickte Kaiser Karl (wie heute wieder) vom Marktplatz aus in Richtung Norden.

Aachener Stadtgeschichte: Karlsstature aus dem Jahr 1620
Karlsstature - das Original, hier im Bild, befindet sich im Krönungssaal

Foto: Privatarchiv Herr Steinbach, Aachen

Fotos: Jorg Mühlenberg, Aachen

 

Veröffentlicht in | Getaggt , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Kaufhaus Tietz am Marktplatz


Abrissbaustelle des Kaufhaus Tietz in Aachen am Markt
Hier stand bis 1965 der prächtige Kaufhausbau von Leonard Tietz

Die Aufnahme sorgt auf den ersten Blick für Verwirrung. Beide Granitbänke befinden sich nach wie vor auf dem Marktplatz. Das Kaufhaus von Leonard Tietz (1906 errichtet) ist seit 1965 verschwunden.

Ohne Not wurden der (im Krieg wenig beschädigte) Prunkbau sowie die Bürgerhäuser in Richtung Großkölnstraße abgerissen. Heute herrscht über den Abriss allgemeines Kopfschütteln.

Sicherlich wurden die Neubaupläne seinerzeit von zahlreichen Bürgerprotesten begleitet, zumal der repräsentative Warenhausbau einem charakterlosen Betonblock weichen musste.

Ansicht der Gebäude am Karlshof im Jahr 2012
Aktuelle Fassade des Karlshof-Gebäudes 2012

Das Presseamt des Oberstadtdirektors pries 1969 den Neubau des Karlshof-Komplexes in höchsten Tönen.

„Der Karlshof hat den Marktplatz zu weiterem neuen Leben verholfen, das dürfte jetzt schon feststehen. Das war auch das Ziel dreier Bauherren gewesen, die einen Gebäudekomplex schufen, der in seiner Vielseitigkeit seinesgleichen sucht.

Kaufhaus Tietz am Aachener Markt um 1908
Frühe Aufnahme des Kaufhauses von Leonhard Tietz um 1908

Die Stadt Aachen, die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Stadtkreis Aachen sowie die Vorsorge-Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft entschlossen sich zu diesem (mit einem umgebauten Raum von rund 92.000 Kubikmetern und einem Baukostenaufwand von rund 16,5 Millionen Mark) bedeutenden Bauvorhaben, da nach der Übersiedlung des „Kaufhof“ in die Adalbertstraße seinerzeit das Leben im Marktviertel merklich stiller geworden war.

Kaufhaus - Kaufhof im Jahr 1954 am Markt in Aachen
Im Jahr 1954 feierte der Kaufhof sein 75jähriges Bestehen

Zudem wirkte die tote Fassade des alten, verlassenden Kaufhofs bedrückend. Sie war hier, am Brennpunkt des Fremdenverkehrs, alles andere als eine „Empfehlung“ für die Stadt Aachen! Die Visitenkarte hatte einen hässlichen Fleck.

Dieser Makel mußte nicht nur beseitigt werden: an der gleichen Stelle sollte ein Gebäude entstehen, das sich stilistisch den, leider nicht mehr zahlreichen, alten Bürgerhäusern am Markt – darunter die neben dem Neubau gelegene Karls-Apotheke – anzupassen und dennoch neue Akzente zu setzen hatte.“

Farbfoto: Privatarchiv Herr Steinbach, Aachen

Farbfoto: Jorg Mühlenberg

Foto: Privatarchiv Barbara Winkler, Aachen

s/w-Foto: Unbekannter Herkunft – Internet-Fund

Veröffentlicht in | Getaggt , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Luftschiffe über Aachen 1936

Zeppeline über Aachens Himmel
Zeppeline überflogen Aachen im März 1936

Am 29. März 1936 waren am Aachener Himmel gleich zwei Zeppeline zu bestaunen.

Das Foto wurde aus südlicher Richtung (Erzbergerallee) aufgenommen.

Zur Orientierung: Aachens Domviertel befindet sich in westlicher Richtung (also linker Hand).

Im Blickfeld rechts sehen wir die Burtscheider Herz-Jesu-Kirche  (im Frankenberger Viertel).

Foto: Privatarchiv Professor C. A. Witt, Aachen

Veröffentlicht in | Getaggt , , , , , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

„Inserieren bringt Gewinn“ – Aachener Kleinanzeigen 1953

Aachener Stadtgeschichte: Kleinanzeigen aus 1953
Amüsanter Kleinanzeigenausschnitt aus dem Jahr 1953

Wer seinerzeit in Aachen ein Reserverad verlor, der suchte schon mal per Zeitungsinserat danach. Das galt ebenso für abhanden gekommene Damenhandschuhe.

Trümmergrundstücke in guter Wohnlage sind inzwischen glücklicherweise rar geworden.

„Schöne Schweine“ finden sich hingegen nach wie vor, munkelt man.

 

Straßenbahn contra Omnibus
"Straßenbahn contra Omnibus" - von der Mehrdeutigkeit ahnte seinerzeit noch niemand etwas

Zeitungsausschnitte: Privatarchiv Jorg Mühlenberg

Veröffentlicht in | Getaggt , , , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar